Reisealltag – Fotografieren

Vor jeder Reise stellt sich dieselbe Frage: welche Fotokamera? — Noch einmal die altvertraute oder gleich eine der neusten Generation? Eine handliche kleine? Eine teure Spiegelreflex mit diversen Objektiven? Oder einfach nur das Smartphone?

Grundsätzlich ist es wahr, dass teurere Kameras bessere Bilder machen, doch noch wahrer ist, dass vor allem der Fotograf gute Bilder macht.

Während Jeannine für unsere mit Reisefotos versehenen Postkarten zuständig ist — und diese meist selbst mit dem iPhone oder mit unserer Kamera aufnimmt —, ist Fotografieren eher Olivers Hobby, sodass er diesen Blog-Beitrag verfasst hat und im Folgenden seine Erfahrungen in der ich-Form wiedergibt. Zum Schluss wird er dann auch noch verraten, wie seine Fotoausrüstung aussieht.

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Hinweis: Auf alle Bilder kann man klicken, um eine vergrösserte Version zu sehen.

«Dieser Beitrag soll kein Kauf-Guide für eine neue Reisekamera werden und auch keine Einführung in die Fotografie als solche, denn beides findet sich im Internet, in Büchern und Fachzeitschriften in einer Breite und Tiefe, die ich hier niemals abdecken kann. Aber nach über 13’000 Bildern auf dieser Reise (und noch viele mehr auf früheren Reisen) will ich doch einmal darlegen, wie wir zu den Bildern u.a. in unseren Blog-Einträgen kommen. Natürlich ist sehr viel learning by doing dahinter, aber es braucht auch einige theoretische und praktische Kenntnisse, damit schöne Bilder nicht nur nach dem Auch-ein-blindes-Huhn-findet-mal-ein-Korn-Prinzip gelingen.

Hier die wichtigsten fünf Faustregeln, die ich für meine Fotografie anwende. Ich führe sie weiter unten im Detail aus.

  1. Bei geeignetem Licht fotografieren
  2. Richtig belichten: Belichtung manuell einstellen
  3. Eher mit offener Blende arbeiten, um Tiefenwirkung in den Bildern zu erzielen
  4. Ab und zu bewusst neue Perspektiven, Motive oder Effekte ausprobieren (“Heute knipse ich etwas aus der Froschperspektive”)
  5. Bilder nachbearbeiten

Belichtung

Als vielleicht wichtigste Einsicht überhaupt, muss man akzeptieren, dass aktuell noch keine handelsübliche Kamera der Welt den Belichtungsumfang des menschlichen Auges auch nur annähernd abdecken kann. Soll heissen, dass unser Auge gleichzeitig in sehr hellen wie in sehr dunklen Bereichen noch Details erkennt, während die Kamera in diesen Bereichen entweder nur noch weiss oder nur noch schwarz — oder beides — aufnimmt, und keine Details mehr erkennbar sind. Und was im Originalbild nicht mit drin ist, das kann auch kein Photoshop wieder herzaubern. Dies äussert sich vor allem auf Fotos, die gleichzeitig von der Sonne beschienene Flecken wie auch Schattenzonen abbilden.

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Originalbild aus dem Dunkel einer Höhle heraus fotografiert
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Oben zu dunkel, von der Sonne beschienene Flecken zu hell

Tipp: Die Konsequenzen aus dieser Einsicht für den Fotografen sind deshalb,

  1. dann fotografieren, wenn die Sonne tief steht, also frühmorgens oder am späteren Nachmittag (etwa 1 Stunde vor Sonnenaufgang bis 2-3 Stunden danach, resp. 2-3 Stunden vor Sonnenuntergang bis 1 Stunde danach)
  2. Motive wählen, die entweder ganz in der Sonne oder ganz im Schatten sind,
  3. dunkle Stellen gezielt beleuchten (eher etwas für Profis).

Teure Kameras haben grössere und bessere Sensoren und registrieren bei schwachem Licht an den dunklen Stellen noch Struktur, wo billigere Sensoren schon nur noch schwarz aufnehmen. Man kann damit früher am Morgen und später am Abend noch —oder: erst recht — tolle Bilder schiessen (Danke Uwe für diesen und andere Hinweise).

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Uwe macht unglaubliche Aufnahmen von Tieren, hier ein Bild aus seiner Falklandinsel-Kollektion

Gerade bei Erinnerungsfotos oder Schnappschüssen ist man aber trotzdem oft vor die Wahl gestellt, einige Stellen entweder über- oder andere unter zu belichten.

Tipp: Ich optimiere in diesen Fällen die hellen Stellen, sodass z.B. noch Struktur in den Wolken erkennbar ist, den Rest des Bildes lasse ich im Vergleich eher zu dunkel. Letzteres kann ich in der Nachbearbeitung auf dem Computer (s.u.) mindestens teilweise wieder korrigieren.

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Die Wolken weisen eine schöne Zeichnung auf, der Vordergrund ist eher etwas dunkel, kontrastiert dafür gut mit den beschienenen Flecken

Hierzu ist das Histogramm der Kamera mein unentbehrlicher Helfer. Das Histogramm zeigt die Lichtverteilung im Bild, von schwarz (ganz links im Diagramm) mit zunehmender Helligkeit bis weiss (ganz rechts). Interessant sind die beiden Extreme der Skala: falls ein Bild ganz links hohe vertikale Balken zeigt, bedeutet dies, dass ein hoher Bildanteil unterbelichtet ist. Analog für ganz rechts mit Überbelichtung. Ich passe meine Belichtung nun so an, dass die Kurve am rechten Rand in den “Boden” geht. Dass also keine oder nur wenige Stellen überbelichtet sind. Dann drücke ich ab.

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Originalbild mit überbelichtetem Himmel
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Originalbild mit Histogramm: ganz rechts bleibt die Kurve sehr hoch bis zum Rand (roter Pfeil), es gibt also überbelichtete Stellen (der Himmel, natürlich)
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Zweiter Versuch: gute Zeichnung in den Wolken
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Originalbild mit Histogramm: ganz rechts fällt die Kurve steil ab, also nicht überbelichtet (roter Pfeil). Ganz links fällt die Kurve auch ab, also auch keine unterbelichteten Stellen.

Wie kriegt man aber die Kamera dazu, z.B. die Wolken “richtig” zu belichten? — Dazu braucht es zunächst ein strukturierteres Verständnis von Belichtung.

Achtung: jetzt wird es ein klein bisschen technisch, aber keine Angst, einfach dranbleiben.

Der Sensor einer Kamera besteht aus Millionen von kleinen quadratischen Fotozellen, welche — bildlich gesprochen — die durchs Objektiv der Kamera einfallenden Lichtquanten “zählen”. Eine Aufnahme mit einer Digitalkamera läuft dann folgendermassen ab:

  1. Steuerung an alle Fotozellen: “Auf die Plätze – fertig — los!”
  2. Steuerung an Verschluss: “Verschluss auf!”
  3. Fotozellen: zählen, zählen, zählen …
  4. Steuerung an Verschluss: “Verschluss zu!”
  5. Steuerung an alle Fotozellen: “Stop!”
  6. Nun fragt die Steuerung alle Fotozellen einzeln nach den registrierten Lichtquanten und baut daraus ein Bild mit Millionen von Bildpunkten: je mehr Lichtquanten eine Zelle gezählt hat, umso heller wird der erzeugte Bildpunkt.
  7. Als letztes speichert die Steuerung das erzeugte Bild in der Kamera ab.

Will man ein helles Bild erreichen, muss man dafür sorgen, dass pro Bildpunkt mehr Lichtquanten gezählt werden. Dazu hat man drei unabhängige Stellgrössen zur Verfügung:

  • man öffnet den Verschluss eine längere Zeit (z.B. doppelt so lang, das führt zu doppelt so vielen Lichtquanten)
  • man lässt mehr Licht auf den Sensor fallen, indem die Eintrittsöffnung (Blende) vergrössert wird (z.B. doppelt so gross, das führt zu doppelt so vielen Lichtquanten, oder man kauft ein teureres Objektiv, das wenig Licht “schluckt”)
  • man bildet die Lichtquanten mehrerer Fotozellen auf denselben Bildpunkt ab (z.B. 4 Fotozellen (Quadrat) 1 Bildpunkt, das führt zu viermal so vielen Lichtquanten pro Bildpunkt)

Mit dem letzten Punkt erhöht man die Empfindlichkeit des Sensors. Das geht aber auf Kosten der Anzahl Bildpunkte, die damit verringert wird, was ein körnigeres Bild zur Folge hat. Das kann zwar ein Stilmittel des Fotografen sein, aber in der Regel möchte man kein körniges Bild und hält deshalb die Empfindlichkeit so tief wie möglich (z.B. ISO 100).

Nun wird es nochmals etwas technisch. Bei der Empfindlichkeit trumpfen die Spiegelreflexkameras mit flächenmässig grossem Sensor (24×36 mm) über die Kompaktkameras mit kleinem Sensor (z.B. 13×9 mm), weil die Pixel (= “Fotozellen”) des grossen Sensors wesentlich grösser und somit lichtempfindlicher sind. (Die Sensoren von Smartphones schneiden wegen ihrer sehr kleinen Sensoren hier sehr schlecht ab). Die Sensordimension ist allerdings nicht zu verwechseln mit der Anzahl Pixel (z.B. 20 Megapixel = 20 Mio. Pixel) des Sensors, denn je mehr Pixel sich auf einen Sensor einer bestimmten Dimension drängeln, umso kleiner und unempfindlicher wird das einzelne Pixel. Mehr Pixel sind bezüglich Empfindlichkeit also gar nicht wünschbar, aber der uninformierte Käufer denkt, «20 Megapixel ist mehr als 10 und das ist besser», und so kam das Megapixelrennen zustande.

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Aufnahme am Tag mit geringer Empfindlichkeit (ISO 125) dafür hoher Auflösung: im vergrösserten Ausschnitt ist der Aufdruck auf den Gläsern fast noch lesbar
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Aufnahme in der Nacht mit hoher Empfindlichkeit (ISO 6400) dafür geringer Auflösung: im vergrösserten Ausschnitt sind die Gläser bereits verschwommen

Nun kann man in Kameras die Einstellung der Belichtung (= Verschlusszeit, Blende, Empfindlichkeit) ganz der Automatik überlassen, oder eine oder mehrere Grössen manuell einstellen. Die Automatik ist zwar schnell und einigermassen “intelligent”, doch oft möchte der Fotograf Verschlusszeit und / oder Blende selbst wählen, weil diese seine technischen Hauptstilmittel sind:

  • eine lange Verschlusszeit führt bei bewegten Motiven zu Verwischung, was durchaus gewollt sein kann
  • eine offene Blende (grosse Öffnung und paradoxerweise in den Kameras als kleine Blendenzahl ausgedrückt, z.B. 1.2) führt zu kleiner Schärfentiefe, was z.B. macht, dass der Vordergrund unscharf ist, das Motiv scharf und der Hintergrund wieder unscharf
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Lange Belichtungszeit (1/20 sec), dafür kleine Blende (= hohe Blendenzahl 11) und tiefe Empfindlichkeit (ISO 80). Das Motorrad ist trotzdem scharf, weil ich die Kamera mitgeschwenkt habe, der Hintergrund ist wegen der langen Belichtungszeit unscharf
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Offene Blende (= kleine Blendenzahl 2.5), dafür kurze Belichtungszeit (1/100 sec), Empfindlichkeit ISO 125. Dadurch ist der vorderste Blütenrand scharf und der Rest unscharf

Tipp: Ich fotografiere fast nur noch mit manuell gewählter Belichtung. Um eine Idee der “richtigen” Werte zu erhalten, mache ich oft zuerst eine Aufnahme mit automatischer Belichtung und merke mir diese Belichtungswerte (Empfindlichkeit, Verschlusszeit, Blende). Dann schalte ich auf manuell und wähle z.B. eine offenere Blende, um weniger Tiefenschärfe zu erhalten, und kompensiere mit einer kürzeren Verschlusszeit, damit das Bild trotzdem nicht überbelichtet wird. Wenn ich eine ziemlich geschlossene Blende und eine kurze Verschlusszeit (bewegtes Motiv) will, dann wird das Bild mit einer tiefen Empfindlichkeit (z.B. ISO 100) oft zu dunkel, sodass ich die Empfindlichkeit auf z.B. ISO 400 erhöhen muss.

Tipp: Manuelle Belichtungswahl hat zudem den Vorteil, dass es keine Rolle spielt, wie ich mein Motiv im Sucher platziere, denn die Belichtung ist ja fest eingestellt. Bei automatischer Belichtung misst die Automatik je nach Motivplatzierung andere Helligkeitswerte im Bild und verstellt die Belichtung entsprechend, was dann nicht zum gewünschten Resultat führt. Das gilt umso mehr, wenn sich das Motiv bewegt (z.B. fahrendes Auto mit hellen Scheiben und dunkler Karosserie).

Auch beim “Spiel” mit geringer Tiefenschärfe helfen flächenmässig grosse Bildsensoren. Bei Kleinbildkameras klappt dies nur bei Nahaufnahmen; bei entfernten Motiven sind immer auch der Vordergrund und der Hintergrund mehr oder weniger scharf. Bei den GoPro-Kameras mit sehr kleinem Sensor ist immer alles scharf.

Tipp: Gerade mit Kleinbildkameras erzielt man bei Motiven mit Vordergrund mit offener Blende fast immer interessantere Bilder.

Speziell bei der Belichtung gilt: Übung macht den Meister, aber es macht Spass, damit zu experimentieren.

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Blattschneiderameisen mit Blendenzahl 2.8 (= offene Blende), dafür kurze Belichtungszeit (1/320 sec), damit die Ameisen nicht verschwimmen. Vordergrund und Hintergrund unscharf.

Motivwahl

Es gibt Landschaftsfotografie, Tierfotografie, Menschen-, Akt-, Architektur- und Objektfotografie, um nur ein paar aufzuzählen. Die klassische Reisefotografie ist meist eine Mischung vieler Fotografiearten. Die Kameraausrüstung für eine Reise richtet sich vor allem nach den Schwergewichten. Wer gerne Tiere fotografiert, wird um einen Kamera-Body mit wechselbaren und starken Teleobjektiven nicht herumkommen. Wer gerne Schnappschüsse macht und die Kamera ständig schussbereit hat, wählt eine Kompaktkamera mit lichtstarkem Objektiv aber ohne grosse Zoomstufen, weil letztere mehr Linsen benötigen und deshalb mehr Licht schlucken — ausser man gibt richtig viel Geld aus.

Perspektive

Mit Sucherkameras (das kleine “Guckloch”, in dem man das Bild sieht, bevor man abdrückt) und mit Kameras, welche einen festen Bildschirm auf der Rückseite haben (u.a. alle Smartphones) ist man in der Wahl des Kamerastandpunkts oft ziemlich eingeschränkt, weil man sonst vor dem Abdrücken das Bild nicht mehr beobachten kann.

Tipp: Für mich ist ein um die Querachse der Kamera schwenkbares Display ein Muss, und zwar schwenken sowohl nach oben wie nach unten. Damit kann ich in einer Menschenmenge von “oben herab” fotografieren, oder Pflanzen von unten. Auch kann ich damit Szenen “aus der Hüfte” fotografieren, ohne dass die Leute merken, dass sie geknipst werden.

Tipp: Ein optischer Sucher ist für die Fotografie von bewegten Objekten fast unumgänglich, weil es über das normale grosse Display der Kamera fast nicht möglich ist, mit grossem Zoom z.B. einen Vogel im Flug zu verfolgen.

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Beispiel eines um die Querachse schwenkbaren Displays

Auch hier lohnt es sich, mit verschiedensten Kamerastandpunkten zu experimentieren und so spannende oder ungewöhnliche Perspektiven zu erreichen.

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Bild aus der Froschperspektive

Nachbearbeitung (Post Processing)

Mit dem Knipsen hat die Fotografenarbeit erst begonnen. Danach wollen die Bilder gesichtet, ausgemustert und bearbeitet werden. Diese Arbeit lohnt sich.

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Originalbild: in der Kavernenwand ist kaum Struktur erkennbar
Woolshed cave, SA
Bearbeitetes Bild: Kavernenwand aufgehellt (der Unterschied ist auf einem Monitor mit hohem Kontrast am besten sichtbar)

Tipp: Bei der Bearbeitung ist weniger meist mehr. Gut gelungene Bilder brauchen kaum Nachbearbeitung, und was, wie bereits erwähnt, auf dem Originalfoto nicht drauf ist, wird auch die Nachbearbeitung nicht mehr herbeizaubern können. Allerdings ist es erlaubt, bei der Nachbearbeitung “künstlerisch” aktiv zu werden, und z.B. Farbverschiebungen durchzuführen.

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Originalbild: überbelichtet, gefiel mir aber von der Perspektive her gut. Löschen oder „retten“?
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Bearbeitetes Bild: ganzes Bild abgedunkelt, Kontrast erhöht, helle Bereiche violett getönt
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Originalbild: es fehlt etwas an „Pepp“
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Bearbeitetes Bild: Farbsättigung erhöht, Vordergrund abgedunkelt

Tipp: Oft lohnt es sich beim Schiessen eines Bildes, nicht mit zu grosser Zoomstufe zu arbeiten und zusätzlich mehr vom Umfeld des Motivs mitaufzunehmen. Bei der Nachbearbeitung wählt man dann einen geeigneten Ausschnitt und kann herumspielen, bis er passt.

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Originalbild mit viel Umfeld; der gebückte Mann im Vordergrund stört eher
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Bearbeitetes Bild mit Ausschnitt

Ich verwende seit 2006 die Applikation Lightroom von Adobe. Das ist ein Werkzeug für Profis, das mit Hundertausenden von Fotos umgehen kann, das den ganzen Prozess (Import von der Kamera, Sichtung, Organisation, Retouche, Export, etc.) unterstützt und dabei die Originalbilder nie verändert. Stattdessen werden bei der Retouche virtuelle Filter über das Originalfoto gelegt, die Helligkeits- und Farbwertänderungen, Bildausschnitt, etc. abbilden, sodass man jederzeit zum Originalbild zurückkehren kann.

Pro Monat schiesse ich im Schnitt etwa 700 Bilder von denen ich etwa 250 behalte und bearbeite. Das kostet mich pro Woche einen bis zwei Abende. Bei unserer Südamerikareise 2006 brachte ich nach 6 Monaten ca. 6’000 Bilder mit nach Hause … und verbrachte die nächsten 4 Wochen fast vollamtlich mit Sichtung und Bearbeitung, die bis heute nicht komplett abgeschlossen sind.

Tipp: Wenn es das Reisegepäck zulässt, bewährt es sich, einen Laptop mitzutragen und die Bilder mehr oder weniger laufend nachzubearbeiten. Sie stehen dann bereits zur Verwendung in Blogs oder Berichten zur Verfügung, man kann die Bilder genau betrachten, kann lernen und hat u.U. die Chance, schlecht gelungene Bilder nochmals aufzunehmen. Und man erspart sich eine Marathonübung nach der Rückkehr.

Meine Ausrüstung

Ich habe an der ETH Zürich im Nebenfach Fotografie studiert und weiss, was eine gute Fotoausrüstung leisten kann. Ich weiss aber auch, dass Fotografieren dann sehr, sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Und ich habe für diese Reise beschlossen, meine Zeit in andere Aktivitäten zu investieren (z.B. Spanisch lernen, mit den Leuten Konversation betreiben, Bücher lesen) und keine schwere Ausrüstung herumzutragen. Zudem haben wir ohnehin schon viele technische Geräte an Bord, deren Wert ich durch eine teure Fotoausrüstung nicht noch erhöhen wollte (auch wenn die meisten Regionen Südamerikas sicher sind, ist keiner vor Diebstahl oder Einbruch gefeit).

So habe ich mich letztlich für eine Sony RX100/III Kompaktkamera entschieden, welche bei dpreview.com eine sehr gute Review hatte:

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Bild: engadget.com

Sie kostete 2014 CHF 750, hat eine grösste Blende von 1.8 (ein guter Wert!), ein Zoom von (nur) 24–70 mm und einen optischen Sucher. Die RX100/III produziert mit kleinem Zoom gestochen scharfe Bilder, lässt vollmanuelle Einstellung zu (inklusive Schärfe) und hat das Schwenkdisplay, das ich oben beschrieben habe.

Ich trage sie immer mit mir (in einem Ortlieb-Beutel auch im Wasser) und nehme in Kauf, dass Tierfotografie damit kaum möglich ist. Alle Bilder auf unserer Website (wenn nicht anders erwähnt) habe ich mit der RX100/III geschossen, mit Lightroom nachbearbeitet und im passenden Format exportiert. Als einziges Zubehör habe ich ein leichtes, 15 cm hohes Gummistativ, das ich für Lanzeitbelichtungen oder Selbsauslöserbilder verwende.»

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Krokodile im brasilianischen Pantanal (auch an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Uwe und Silke, dass Ihr insistiert habt, dass wir diesen besuchen)
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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Stefan Graber sagt:

    Danke für deine Fotografiertipps. Oftmals wüsste man es schon, aber dann fehlt die Zeit beim Reisen und Fotografieren. Die anderen Reiseteilnehmer finden es nicht immer cool, wenn man an seinem Apparat herumschraubt und unendlich Zeit braucht, bis das Bild dann im Kasten ist.
    Zu Hause haben dann alle Freude, wenn’s dann im Fotobuch gute Bilder hat. Ich werde deine Tipps Raphael weiter leiten, er spielt mit dem Gedanken, sich eine Kamera anzuschaffen.
    weiterhin gute Reise und ich freu mich auf viele gute Fotos von euch.

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    1. uncachito sagt:

      Salut Stefan
      Ja, die einen Reiseteilnehmer brauchen auch bei mir manchmal etwas Geduld, aber meine „Foto-Einlagen“ bewegen sich — nicht zuletzt wegen der eher einfachen Ausrüstung — im Bereich von Minuten und nicht von Viertelstunden.
      Ich wünsche Dir viele gelungene Schappschüsse!

      oliver

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  2. Beat Ambühl sagt:

    wow, mega interessant dieser beitrag! hab vielen dank oli für die wertvollen tips. ich habe echt auch den eindruck, dass du beim fotografieren mindestens zwei zacken zugelegt hast und in manchen bereichen dem uwe sehr dicht auf den fersen bist;-)
    weiterhin ein waches auge, geduld und zeit, damit wir weiterhin so tolle bilder von dir sehen können!!

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    1. uncachito sagt:

      Lieber Beat
      Vielen Dank für diese aufmunternden Kommentare! Im Wissen, dass Du ja mit derselben Kamera fotografierst und meine Ergebnisse also diesbezüglich einzuordnen weisst, ist das umso mehr Ansporn für mich.

      oliver

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