Treue Reisebegleiter — Nivellierkeile

«Wie man sich bettet, so liegt man», sagt eine alte Weisheit. Da wir fast jede Nacht an einem andern Ort verbringen, “betten” wir uns also fast täglich neu, indem wir unseren Bremach an einem neuen Platz parken. Und damit wir nachts nicht aus dem Bett kullern, gehört zum Parken auch das Nivellieren des Fahrzeugs.

Oft erreichen wir dies, indem wir die Geländeform ausnützen: 50 cm weiter nach links fahren, einen flachen Stein unterlegen oder im Sand passende Kuhlen für die Räder schaufeln. Wenn das nicht geht (z.B. auf Asphalt) oder nicht reicht, müssen wir zu Hilfsmitteln greifen, damit die Kartoffeln nicht aus dem Teller rollen. Dafür haben wir Unterlegekeile aus Kunststoff:

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Wir haben zwei solche Keile, mit denen wir je ein Rad in Stufen um bis zu 12 cm anheben können. Das reicht in der Regel. Parken für die Nacht läuft dann folgendermassen ab:

  1. der Beifahrer (wir wechseln täglich die Rollen) steigt aus, ermittelt die Windrichtung, prüft das Terrain und teilt dem Fahrer mit, wo er die einfachste Möglichkeit sieht, das Fahrzeug ausnivellieren zu können
  2. der Fahrer manövriert den Bremach an diese Stelle und ermittelt mithilfe von zwei über dem Cockpit angebrachten Wasserwaagen, wo wie viel Höhenausgleich nötig ist
  3. der Beifahrer prüft, ob die Nivellierung unter besserer Geländeausnutzung zu erreichen ist
  4. falls letzteres nicht gelingt, kommen die Unterlegekeile zum Zug: der Fahrer gibt an, wo er “wie viel” Keil benötigt («vorne rechts viel, vorne links nur wenig») und ob er lieber vorwärts oder rückwärts auf die Keile fahren will (in der Regel ist es einfacher, talwärts auf die Keile zu klettern)
  5. der Beifahrer platziert die Keile (und achtet dabei darauf, dass sie nicht zu arg deformiert werden)
  6. der Fahrer legt die Geländeuntersetzung ein, dann fährt er unter Anleitung des Beifahrers auf die Keile

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Im besseren Fall ist das Manöver jetzt zu Ende, im schlechteren Fall reichen die Keile nicht oder sind nicht optimal gelegt, und das Spiel beginnt mehr oder weniger von vorne. Manchmal brauchen wir schon zwei oder drei Anläufe, bis es einigermassen stimmt. Doch der Aufwand lohnt sich, weil man gut gebettet einfach besser schläft.

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3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Stefan Graber sagt:

    Man(n) macht ja einiges, um bequem zu liegen oder damit das Essen nicht auf einer Seite des Tellers liegt. Da red ich aus eigener Erfahrung, wobei beim Wohnmobil noch eine Zwischenmöglichkeit besteht. Damit das Gefährt nicht schaukelt, gibt es Stützen und diese kann man bis zu ca. 5 cm „Überdrehen“ was zur Folge hat, dass das Fahrzeug aus der Federung gehoben wird. Somit lässt sich schon einiges nivilieren. Und wer es nicht macht, merkt es spätestens in der Nacht – wobei ich damals im Norden die Schräglage noch genoss (ist aber mittlerweilen 25 Jahre her). Heute ist mir das bessere Schlafen aber auch wichtig.

    Weiterhin eine schöne und ausnivilierte Reise wünsch ich euch beiden.

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    1. uncachito sagt:

      Hallo Stefan

      Wieder einmal ein ganz herzliches Dankeschön für Deine regelmässigen Gedanken zu unseren Blog-Einträgen. Es ist immer spannend für uns zu sehen, wie die Beiträge ankommen und was sie auslösen.
      Weiter so!

      Liebe Grüsse

      oliver

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