Die Kreuzfahrt, Teil 3

Am Sonntagmorgen, nach einem herrlichen Schnorchelgang in „erfrischenden“ Wasser beim Punta Vicente Roca, auf der Nordwestseite der Insel Isabela, steigen wir halb durchfroren auf die Schlauchboote, ziehen Maske und Flossen aus und tauschen unsere Unterwassererlebnisse untereinander aus. Oliver schwamm mit einem Seelöwen:

Die kurze Bootsfahrt verstärkt die bereits blauen Lippen der Damen an Bord. Kaum auf der Ocean Spray angekommen, werden wir mit einem Lächeln begrüsst, uns wird aus den engen Neoprenanzügen geholfen, dabei ein vorgewärmtes Frottiertuch um die Schultern gelegt und ein Glas heisses Canelazo serviert. Wir können gar nicht schnell genug ans Oberdeck gelangen, wo das warme Jacuzi auf uns wartet.

WOW, was ist denn da passiert? — Wir haben von der Millennium (Nicht)-Cruise, auf die Ocean Spray gewechselt. Wie ist es dazu gekommen? — In den Tagen zuvor hatten wir unserer Agentin regelmässig die Neuigkeiten der Missstände mitgeteilt. So ist für die Überraschung nicht allzu gross, als Millennium die Cruise annulliert.

Am frühen Samstagmorgen bestätigt sie uns per What’s App, dass sie daran arbeite, uns auf ein anderes Schiff zu buchen. Das gelingt ihr innerhalb der Rekordzeit von zwei Stunden, und noch vor dem Mittag geht die Reise los. Ab dem Moment, wo uns das Taxi im Hotel abholt, erleben wir einen Service und eine Professionalität, die keine Wünsche offen lassen. Wir stossen bald zum Rest der Gruppe am Flughafen Baltra, wo die Traumreise mit der Ocean Spray beginnt.

Gepäckservice, Vorstellungsrunde, Willkommensdrink, klare Instruktionen, eine lachende und freundliche Crew sind garantiert während der viertägigen Kreuzfahrt. Wir sind 15 Passagiere und etwa 10 Personen Crew.

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Die Ocean Spray: Ein moderner, 34 m langer Katamaran, Baujahr 2012
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Die beiden Schlauchboote haben täglich mehrere Einsätze
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Mitteldeck mit Bar und Platz für ein alfresco almuerzo (Mittagessen)
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Oberdeck mit Liegen und Jacuzi – leider aber auch im Bolívar-Kanal keine Wale in Sicht
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Unser Zimmer – eines der kleineren – mit eigenem, sonnendurchfluteten Balkon. Das Bett ist so gross, dass wir uns darin kaum finden. Sind wir doch ein 1.4 m breites Bett gewohnt …
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Schiffsbrücke (Oliver, der vor knapp 20 Jahren ein Schiffsbrücke auf einem etwas kleineren Katamaran programmiert hatte, meint, diese hier sähe ja aus wie im Mittelalter)

Jeden Abend vor dem Nachtessen findet ein Briefing für den Ablauf des nächsten Tages statt. Javier, unser Führer, ist gut dokumentiert und flicht auch gerne einen Witz ein.

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Javier führt Schiffstouren seit 20 Jahren und ist auf den Galapagos aufgewachsen. Der Sohn, auf der Couch liegend, ist bereits in seinen Fussstapfen

Nach dem Schnorcheln, aufgewärmt vom Jacuzi und gestärkt mit einem Mittagessen, gehts bereits auf die zweite Wanderung an diesem Tag. Auf der Insel Fernandina liegen die Meer-Iguanas zu hunderten, Seelöwenmännchen verteidigen lautstark ihr Territorium, und die Weibchen beschützen ihre Jungen.

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Diese Urtiere riechen etwas streng und spucken Salz wenn sie sonnenbaden
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Die Tiere sind kaum menschenscheu. Trotzdem gilt ein Mindestabstand von 2 Meter.

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Täglich machen wir ein bis zwei Spaziergänge an immer neuen Anlegepunkten, geniessen das Schnorcheln in meist klarem aber eher kalten Wasser und staunen ob der stark wechselnden Flora und Fauna auf jeder Insel.

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Blaufuss-Tölpel auf North Seymour. Sie leben ausschliesslich auf Galapagos und von ihrer Spezies gibt es gerade noch 3250 Paare
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Brütende Fregattvögel
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Zwei verliebte Seelöwen im Abendrot

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Zauberhafte Krebse

Uns gefällt es so gut auf der Ocean Spray, dass wir uns eine Verlängerung um 3 Tage gönnen, obwohl dies den Kauf eines neuen Flugtickets bedeutet.

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Der oben abgebildeten Kurs besucht alle uns wichtigen Stationen. Damit ist unsere Traumreise perfekt.

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Die Beobachtung der Galapagos-Pinguine bei Tagus Cove war eines der vielen Highlights
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Mangroven bei Elizabeth Bay
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Beliebtes Habitat für Wasserschildkröten. Wir sichten auch zwei Arten von Rochen
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Der Punto Moreno ist eine grosse Lavainsel auf der, zu unserer grossen Überraschung, …
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… eine Lagune Lebensraum für Flamingos bietet
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South Plaza Island mit den Opuntia-Kakteen
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Die Schwalbenschwanz-Möwe nistet inmitten von Lavabrocken
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Land-Iguana auf Entdeckungstour
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Naturspektakel (blow hole) und …
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… Albatrosse auf der Insel Española

Nachdem unsere Reise auf Galapagos nicht schlechter hätte starten können, wurden wir schliesslich entschädigt mit einer Cruise der Extraklasse, an die wir uns ewig erinnern werden. Wir sind unserer Agentin sehr dankbar, sowie auch der defekten Zylinderkopfdichtung der Millennium

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6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Jsabelle sagt:

    Galapagos – wunderschön…..trotz der anfänglichen Misère – ein Wunsch von mir seit meiner Kindheit.
    Da bin ich gespannt auf weitere Geschichten und Tipps von euch.

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    1. otrocachito sagt:

      Hallo Jsa, ich wünsche Dir, dass Du Dir diesen Kindertraum bald mal erfüllen kannst. Es ist ein zauberhafter Fleck dieser Erde und falls Du eine Reise nach Ecuador und den Galapagos Inseln planst, gebe ich Dir gerne ein paar aktuelle Tips. Lieber Gruss

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  2. Stefan Graber sagt:

    Das Schifft macht „glustig“ auf eine Kreuzfahrt. Danke für die vielen schönen Bilder die einem ein wenig wiedergeben, was ihr alles erleben dürft.
    Erstaunlich, dass die Tiere nicht menschenscheu sind. Aber ich finde es gut, dass man sie so belässt wie sie sind, denn letztendlich sind es ja immer noch Wildtiere.
    Eine schöne Zeit wünsch ich euch auf eurer Reise.

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    1. otrocachito sagt:

      Dass die Tiere sich in ihrem natürlichen Habitat sonnen, streiten, paaren etc. könnte man zeitweise vergessen. Denn die schiere Anzahl ist unglaublich. Gut, dass die Touroperatoren klaren Richtlinien folgen müssen und so die Tierwelt portionenweise gestört wird. Es ist ein einzigartiger Ort und war ein Highlight auf unserer Reise, trotz den Startschwierigkeiten !

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